Balkendiagramm der häufigsten Mängel: kein Impressum, nicht mobiltauglich, Website offline, Baukasten, kein HTTPS
Eigene Erhebung Juli 2026: die häufigsten Mängel von 94 geprüften Industrie-Websites am Bodensee.

Wie geprüft wurde

Grundlage waren öffentliche Verzeichnisdaten: 231 Betriebe aus Fertigung, Metallverarbeitung, Maschinenbau und verwandten Branchen im Bodenseekreis und im Landkreis Ravensburg. Bei 94 davon war eine Website hinterlegt. Diese 94 habe ich automatisiert geprüft, ausschließlich auf öffentlich sichtbare Merkmale: Ist die Seite erreichbar? Läuft sie verschlüsselt über HTTPS? Ist sie am Smartphone benutzbar? Ist ein Impressum verlinkt? Läuft sie auf einem Baukasten-System?

Zwei Dinge zur Einordnung, weil Ehrlichkeit hier wichtiger ist als eine spektakuläre Zahl: Es war kein Sicherheits-Scan und kein Blick hinter die Kulissen, nur das, was jeder Besucher und jeder Browser sieht. Und die Betriebe bleiben hier anonym. Es geht um das Muster, nicht ums Vorführen.

Bemerkenswert ist schon die erste Zahl vor jeder Prüfung: Bei 137 von 231 Betrieben war in den Verzeichnissen gar keine Website hinterlegt. Selbst wenn es eine gibt, findet sie dort niemand. Für einen Betrieb, der Fachkräfte sucht, ist das keine Kleinigkeit.

Die Ergebnisse in Zahlen

8 von 94
komplett offline. Die hinterlegte Adresse führt ins Leere. Wer den Betrieb googelt, findet einen Fehler statt einer Firma.
12 von 94
ohne auffindbares Impressum. Der häufigste Mangel, und der einzige mit direktem rechtlichem Risiko: Abmahnung.
8 von 94
am Handy praktisch unbenutzbar. Kein responsives Layout, Zoomen und Wischen statt Lesen.
7 von 94
auf Baukasten-Systemen. Technisch erkennbar an Fremd-Servern und Template-Strukturen. Wirkt bei einem Fertiger mit Millionen-Maschinenpark seltsam sparsam.
5 von 94
ohne HTTPS. Der Browser warnt sichtbar: „Nicht sicher". Bei einem Betrieb, der Präzisionsteile prüft, ein unglückliches erstes Wort.

Zusammengenommen: 35 von 94 Websites, also mehr als jede dritte, waren offline oder hatten mindestens einen dieser Mängel. 59 waren technisch solide. Das ist die gute Nachricht, und gleichzeitig die schlechte für alle anderen: Der Wettbewerber mit dem sauberen Auftritt existiert bereits.

Was diese Mängel wirklich kosten

Der Einwand, den ich in Gesprächen mit Fertigungsbetrieben am häufigsten höre: „Unsere Aufträge kommen über Beziehungen, nicht über die Website." Das stimmt, und es geht trotzdem am Punkt vorbei. Die Website eines Industriebetriebs hat zwei Aufgaben, die Beziehungen nicht erledigen können.

Erstens: der Einkäufer-Moment. Bevor ein neuer Kunde einen Auftrag vergibt, googelt jemand im Einkauf den Betrieb. Nicht aus Neugier, sondern als Teil der Lieferantenprüfung. Was er in diesen zwei Minuten sieht, eine gepflegte Darstellung der Fertigung oder eine Browser-Warnung, fließt in eine Entscheidung ein, von der der Betrieb nie erfährt, dass sie gefallen ist.

Zweitens, und aktuell wichtiger: der Bewerber-Moment. Jeder CNC-Fräser, jeder Zerspanungsmechaniker, jede Verfahrensmechanikerin googelt den Betrieb vor der Bewerbung. Eine Website, die aussieht wie 2010, beantwortet die Frage „Will ich da arbeiten?" schneller als jede Stellenanzeige, nur leider falsch. Bei dem Fachkräftemangel, unter dem fast jeder Betrieb in der Region leidet, ist die Website das günstigste Recruiting-Werkzeug, das es gibt. Oder das teuerste Hindernis.

Die Website entscheidet nicht, ob der Stammkunde bleibt. Sie entscheidet, ob der Bewerber kommt.

Die fünf häufigsten Mängel, kurz erklärt

  • Kein auffindbares Impressum (12×). Geschäftsmäßige Websites brauchen nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz ein leicht erkennbares, unmittelbar erreichbares Impressum. Fehlt der Link, drohen Abmahnung und Bußgeld. Der Fix kostet eine Stunde.
  • Nicht mobiltauglich (8×). Auch B2B-Entscheider und erst recht Bewerber sind am Handy unterwegs. Eine Seite, die dort bricht, verliert genau diese Besucher kommentarlos.
  • Offline (8×). Abgelaufene Domain, gekündigtes Hosting, vergessener Umzug. Schlimmer als keine Website: Der Betrieb wirkt geschlossen.
  • Baukasten (7×). Funktioniert, aber: begrenzt anpassbar, oft langsam, und die Daten liegen bei einem Plattform-Anbieter. Für einen Betrieb, der Qualität verkauft, ein schiefes Signal.
  • Kein HTTPS (5×). Verschlüsselung ist seit Jahren Standard, das BSI empfiehlt sie für jede Website. Browser warnen sichtbar, Google wertet ab. Fix: meist unter einer Stunde beim Hoster.

Der 5-Minuten-Selbsttest für Geschäftsführer

Fünf Prüfungen, kein technisches Wissen nötig, eine Kaffeelänge:

  • 1. Öffne deine Website am Smartphone. Kannst du Leistungen und Kontakt ohne Zoomen lesen und antippen? Wenn nein: Das sehen alle Bewerber auch.
  • 2. Schau in die Adresszeile. Steht dort ein Schloss-Symbol und https? Wenn der Browser „Nicht sicher" zeigt, zeigen wir das jedem Einkäufer.
  • 3. Suche dein Impressum. Von der Startseite aus, mit einem Klick erreichbar? Wenn nicht, ist das dein dringendster Punkt.
  • 4. Öffne deine Karriere-Seite. Gibt es eine? Sind die Stellen aktuell, oder wirbt sie noch für eine Stelle von 2023?
  • 5. Google deinen Firmennamen. Was erscheint auf der ersten Seite, und würdest du auf dieser Grundlage bei dir kaufen oder dich bewerben?
Bei zwei oder mehr Punkten durchgefallen? Schreib mir, welcher Betrieb du bist. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung, was zuerst zu tun ist, ohne Verkaufsgespräch.
Kurz anfragen

Was eine Industrie-Website können muss

Keine Zauberei, sondern Handwerk. Die Betriebe, die bei der Prüfung gut abschnitten, machen fast alle dieselben Dinge richtig:

  • Leistungsbereiche klar getrennt darstellen, mit Maschinenpark, Toleranzen und Losgrößen, den Fakten, die ein Einkäufer sucht.
  • Zertifikate sichtbar zeigen, nicht im PDF-Keller verstecken.
  • Echte Fotos aus der Halle statt Stockbilder. Eine saubere Fertigung ist das beste Verkaufsargument, das ein Betrieb hat.
  • Karriere-Bereich mit aktuellen Stellen und echten Einblicken. Das ist die Seite mit dem höchsten Return.
  • Englisch mindestens dort, wo internationale Kunden einkaufen.
  • Direkter Ansprechpartner mit Name und Durchwahl statt anonymem Kontaktformular ins Nichts.

Zum Schluss

Mehr als jede dritte geprüfte Industrie-Website am Bodensee schadet ihrem Betrieb gerade mehr, als sie nützt, durch Mängel, die zwischen einer Stunde und wenigen Wochen Arbeit kosten. Wer den Selbsttest oben besteht, ist weiter als ein Drittel seiner Nachbarn. Wer durchfällt, weiß jetzt zumindest genau, woran es liegt.

Wenn du für deinen Betrieb wissen willst, was zuerst dran ist: Schreib mir zwei Sätze. Individuelle Projekte für Fertigungs- und Industriebetriebe baue ich zum Festpreis nach Pflichtenheft, typisch ab 4.500 €, mit Karriere-Bereich, Zertifikaten und auf Wunsch englischer Version.

Häufige Fragen

Was kostet eine Website für einen Industriebetrieb?

Individuelle Projekte für Fertigungs- und Industriebetriebe starten bei etwa 4.500 €, zum Festpreis nach Pflichtenheft. Enthalten sind typischerweise Leistungsbereiche, Zertifikate, Referenzen, ein Karriere-Bereich und auf Wunsch eine englische Version. Dazu kommen 60 bis 120 € Hosting im Jahr und optional ein Wartungsvertrag ab 149 € im Monat. Details auf der Seite Preise.

Warum ist eine Website ohne HTTPS ein Problem?

Browser markieren Seiten ohne Verschlüsselung sichtbar als „Nicht sicher". Ein Einkäufer oder Bewerber, der diese Warnung sieht, schließt daraus auf den Umgang des Betriebs mit Daten insgesamt. Dazu stuft Google unverschlüsselte Seiten schlechter ein. Die Umstellung ist bei den meisten Hostern in unter einer Stunde erledigt.

Ist ein fehlendes Impressum wirklich abmahnfähig?

Ja. § 5 DDG verpflichtet geschäftsmäßige Websites zu einem leicht erkennbaren, unmittelbar erreichbaren Impressum. Bei der Erhebung war das der häufigste Mangel: 12 von 94 geprüften Websites hatten kein auffindbar verlinktes Impressum.

Wie wichtig ist die Website für Bewerber in der Industrie?

Oft wichtiger als für Neukunden. Fachkräfte googeln den Betrieb vor der Bewerbung, und eine veraltete Website beantwortet die Frage „Will ich da arbeiten?" falsch. Eine aktuelle Karriere-Seite mit echten Einblicken in Halle und Team ist eines der günstigsten Recruiting-Werkzeuge überhaupt.

Wie schneidet dein Betrieb ab? Schreib kurz.

Sag mir in zwei Sätzen, was für ein Betrieb du führst. Du bekommst innerhalb von 24 Stunden eine ehrliche Einschätzung deines Webauftritts und, wenn du willst, ein Angebot zum Festpreis. Ohne Pitch, ohne Verpflichtung, direkt mit mir.

Kostenlose Einschätzung anfragen