Local-Pack-Karten in Google-Suche, drei Einträge oben rechts neben Karten-Pin

Eine Sache, die ich oft sehe, wenn ich mir Selbstständige am Bodensee anschaue: Die Website ist halbwegs okay. Aber der Google-Eintrag wirkt, als wäre er das letzte Mal vor fünf Jahren angefasst worden. Drei Sterne, ein Foto von 2019, Öffnungszeiten von vor Corona. Und wenn ich frage, wie viele Kunden eigentlich über Google reinkommen, kommt fast immer dieselbe Antwort: „Keine Ahnung, ehrlich gesagt."

Das ist kein Einzelfall, sondern der Standardfall. Ich seh das ständig: in Friedrichshafen, Ravensburg, Lindau, Überlingen, am gesamten Bodensee. Das Witzige ist, die Website wäre meistens nicht das größte Problem. Der Google-Eintrag, also das, was Kunden zuerst sehen, ist halb leer oder seit Jahren nicht angefasst.

Was tatsächlich passiert, wenn jemand sucht

Tipp das mal selbst ein: „Friseur Friedrichshafen" oder „Heizungsbauer Ravensburg". Was siehst du? Ganz oben kommen 1-2 Werbeanzeigen. Direkt darunter die Karte mit drei Einträgen. Das nennt sich „Local Pack", und genau dort spielt die Musik.

Die meisten Leute klicken nicht weiter runter. Sie wählen aus diesen drei aus. Sie schauen kurz auf die Sterne, das Foto, die Öffnungszeiten und entscheiden in unter 10 Sekunden, wen sie anrufen. Deine Website kommt erst danach ins Spiel, wenn überhaupt.

Wenn du im Local Pack auftauchst, bekommst du Anrufe, auch ohne dass jemand jemals deine Website besucht hat. Das ist der Trick. Und genau deshalb ist der Eintrag in vielen Branchen wichtiger als die Seite selbst.

Was die meisten falsch einstellen

Ich hab in den letzten Monaten ein paar Dutzend Google-Einträge von Selbstständigen am Bodensee angeschaut. Immer wieder dieselben Sachen, die fehlen oder falsch sind:

1. Falsche Hauptkategorie. Du bist Tischler, hast aber „Möbelhandel" eingestellt. Oder du machst hauptsächlich Badsanierung, hast aber „Bauunternehmen" gewählt. Google rankt dich für die Hauptkategorie zuerst. Wenn die nicht passt, tauchst du bei der eigentlichen Suche nicht auf. Sekundärkategorien helfen, aber die Hauptkategorie zieht.

2. Servicegebiet leer oder falsch. Wenn du zu Kunden fährst (Handwerker, Maler, Reinigung), musst du das Servicegebiet eintragen. Friedrichshafen, Meckenbeuren, Tettnang, Markdorf, Immenstaad. Jede Stadt einzeln. Das sind die Suchbegriffe, mit denen du dann gefunden wirst.

3. Keine oder uralte Fotos. Ein Eintrag ohne Foto wirkt tot. Drei verwackelte Bilder von 2018 sind fast genauso schlimm. Frische Fotos (Werkstatt, Mitarbeiter, fertige Arbeiten) machen einen Riesenunterschied. Google bevorzugt Einträge, die regelmäßig Inhalte bekommen.

4. Keine Antworten auf Bewertungen. Egal ob 5 Sterne oder 1 Stern, jede Bewertung sollte beantwortet werden. Kurz, höflich, persönlich. Das zeigt Google: Hier ist jemand aktiv. Und es zeigt zukünftigen Kunden: Hier kümmert sich jemand.

5. Keine Öffnungszeiten oder „immer offen". „24/7 geöffnet" bei einem Schreiner wirkt unglaubwürdig, sammelt schlechte Bewertungen wenn niemand erreichbar ist, und Google bevorzugt nach den aktuellen Local-Ranking-Faktoren Profile mit realistisch gepflegten Öffnungszeiten. Trag die echten Zeiten ein. Und denk an Feiertage. Google fragt das im Vorfeld, viele klicken's einfach weg und dann steht da im Zweifel „geöffnet" am 1. Mai.

Sterne sind kein Zufall

Ich werde oft gefragt: „Wie kommt man eigentlich an gute Bewertungen?" Die Antwort, die niemand hören will: Man muss aktiv danach fragen. Niemand setzt sich abends hin und denkt „Ach, ich schreib jetzt mal eine schöne Google-Bewertung für den netten Maler". Außer er ärgert sich. Dann schreibt er sehr wohl.

Mein Tipp: Wenn ein Kunde zufrieden war und es kurz erwähnt, frag direkt. „Würde mir total helfen, wenn Sie das kurz bei Google reinschreiben könnten." Schick danach den direkten Link per WhatsApp oder E-Mail. Nicht erwarten, dass Leute den Eintrag selbst suchen.

10-15 echte Bewertungen mit 4,8 Sternen schlagen jedes Marketing-Geschwafel. Und bringen messbar mehr Anrufe.

Was Google-Beiträge angeht

Im Eintrag selbst kannst du kleine Beiträge posten, fast wie bei Facebook, nur sieht's kein Mensch direkt. Trotzdem: regelmäßig was reinpacken (alle 2-3 Wochen reicht), zeigt Google, dass das Profil aktiv ist. Ein Foto vom letzten Projekt, ein kurzer Hinweis auf eine neue Leistung, Öffnungszeiten in den Sommerferien. Reicht völlig.

Es geht nicht darum, viral zu gehen. Es geht darum, dass dein Eintrag bei Google als „lebendig" gilt. Tote Profile rutschen weiter nach unten.

Lohnt sich der Aufwand?

Ehrlich: Ja. Ich kenn keinen Selbstständigen am Bodensee, dem ein gut gepflegter Google-Eintrag nicht messbar Anrufe gebracht hat. Und das Ganze kostet null Euro, nur Zeit. Einmal richtig aufsetzen ist ein halber Tag. Pflege danach: 15 Minuten alle 2 Wochen.

Wer parallel die eigene Website überarbeitet (mehr dazu im Stück „Warum deine Website Kunden kostet"), bekommt den Effekt doppelt: Eintrag bringt den Klick, Website überzeugt im Detail.

Was ich gelernt hab: Die Website und der Google-Eintrag arbeiten zusammen. Der Eintrag bringt den ersten Klick, die Website überzeugt dann beim Detail. Wer eins von beiden vernachlässigt, verschenkt die andere Hälfte.

Womit du heute anfangen kannst

Wenn du in den nächsten 10 Minuten nur eine Sache machst, dann diese: Geh auf google.com/business, log dich mit deiner Google-Adresse ein und schau dein Profil an. Ist die Hauptkategorie wirklich passend? Sind die Öffnungszeiten aktuell? Wann war das letzte Foto?

Schon das aufzuräumen bringt in den meisten Fällen mehr Sichtbarkeit als die nächste Werbekampagne.

Wenn du Hilfe brauchst, schau ich mir das gerne kostenlos an. Schick mir einfach deine Branche und Stadt, ich google es selbst und sag dir, wo du stehst und was du sofort verbessern kannst. Kostet nichts und dauert keine 24 Stunden.

Häufige Fragen

Was ist ein Google-Unternehmensprofil?

Das Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist der Eintrag, der bei Suchen wie „Friseur Friedrichshafen" rechts oder oben in der Karte erscheint. Er zeigt Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Bewertungen und Fotos. Für lokale Selbstständige ist er meistens wichtiger als die eigene Website.

Was sind die häufigsten Fehler im Google-Eintrag?

Falsche Kategorie, alte oder fehlende Fotos, keine Öffnungszeiten oder unrealistische Angaben wie 24/7, dünne Beschreibung ohne Suchbegriffe und ignorierte Bewertungen. Diese fünf Punkte erklären in den meisten Fällen, warum ein Eintrag schlecht sichtbar ist.

Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen?

Aktiv danach fragen, in dem Moment, wo der Kunde gerade zufrieden ist. Direkt persönlich, per WhatsApp, in der Rechnungsmail oder mit einem QR-Code auf der Visitenkarte. Niemand schreibt ungefragt eine Bewertung. Wer zufrieden ist, schreibt erst, wenn man ihn freundlich darum bittet.

Reicht ein Google-Eintrag, oder brauche ich auch eine Website?

Beides. Der Eintrag bringt dich in die Karte, die Website schließt die Anfrage ab. Wer nur den Eintrag pflegt, verschenkt Anfragen, weil viele Suchende erst auf der Website Vertrauen aufbauen. Wer nur eine Website hat, taucht im Local Pack gar nicht auf.

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Schick mir kurz Branche und Stadt. Ich schau mir deinen Eintrag und die Konkurrenz an und sag dir, wo du stehst.

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